| Dienstag, den 14. Dezember 2010 um 18:02 Uhr |
Carl von Ossietzky und Liu Xiaobo
Petra Gerster von „heute“ kündet mit sorgenverhangener Miene einen Beitrag über die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo an. Darin heißt es: Es sei das zweitemal, daß der Preis nicht an den Preisträger oder einen seiner Angehörigen übergeben werden könne. Das letztemal wäre das 1936 der Fall gewesen, als Carl von Ossietzky den Preis verliehen bekommen hätte. Gut, das ist die Meldung. Doch die ganze Geschichte geht so: 1988, genau 50 Jahre nach Ossietzkys Tod durch faschistische Gefangenschaft, wendet sich die Tochter Rosalinda von Ossietzky-Palm an den Rechtsanwalt Heinrich Hannover. Sie wünscht ein Wiederaufnahmeverfahren. Der Wiederaufnahmeantrag wird 1992 letztinstanzlich vom Bundesgerichtshof abgelehnt. Damals wie heute gilt Ossietzky als Landesverräter. Mit welchem Recht also zeigt ein deutsches Nachrichten-Magazin auf China? |