Schule
Mobiles Theaterstück für Schulen gegen RechtsextremismusElly und Ingo
Inhalt •
Theaterpädagogisches Konzept •
Presse •
Szenenbilder •
Videomitschnitt
Aufführungsorte 2010 •
Umsetzung •
Zielgruppe •
Kosten •
Buchung •
Freie Termine •
Info zum Download
InhaltDas Stück erzählt parallel die Lebensgeschichte der Regensburger Lehrerin Elly Maldaque und des gewalttätigen Neonazis Ingo. In regelmäßigen Abständen treten die Darsteller aus ihren Rollen heraus und stellen aktuelle Bezüge her. Elly MaldaqueElly Maldaque war während der Weimarer Zeit eine Lehrerin an der Von-der-Tann-Volksschule in Regensburg. Sie ging in die Armenviertel, half den Menschen im Haushalt, gab von ihrem geringen Gehalt ab, was ihr möglich war und kümmerte sich auch in ihrer Freizeit liebevoll um ihre Schülerinnen und Schüler. Sie tendierte politisch nach links, ohne sich aber parteipolitisch zu betätigen, wenn man von gelegentlichem Klavierspiel bei linken Singkreisen absieht. Trotzdem geriet sie bald ins Visier der Politischen Polizei, die "Hakenkreuzler" beauftragte, sie zu beobachten. Schließlich sprach die Regierung der Oberpfalz die fristlose Kündigung aus. Sie erlitt einen Nervenzusammenbruch. Der Verwaltungs- und Polizeisenat der Stadt Regensburg wies sie in die Nervenheilanstalt Karthaus-Prüll ein, wo sie nach elf Tagen unter ungeklärten Umständen am 20. Juli 1930 verstarb. Der Fall erregte deutschlandweit Aufsehen. Über 90 Zeitungsartikel erschienen. Künstler wie Ödön von Horváth und Walter Mehring verfaßten Werke über sie. Nach dem Krieg war Elly Maldaque lange Zeit vergessen, bis die Arbeit des Tübinger Professors Jürgen Schröder über Ödon von Horváths Stück "Die Lehrerin von Regensburg" sie Anfang der achtziger Jahre wieder in Erinnerung rief. IngoAuch die Figur des gewalttätigen Neonazis Ingo ist authentisch. Sie wurde aus verschiedenen Aussteigerberichten und Interviews mit Skinheads geformt. Ingo erlebt als Kind und Jugendlicher nur Ausgrenzung und Gewalt, bis er die Welt als Dschungel begreift, in dem allein der Stärkere ein Recht hat zu überleben. Das Prinzip der Gewalt steht über allem anderen. Schon sehr früh fühlt er sich zu extremen Ideen hingezogen, weil er instinktiv spürt, was von dieser Gesellschaft, die er aufgrund seiner Erfahrungen haßt, abgelehnt wird, kann nur richtig sein. In der Schule erlebt er zum erstenmal Überlegenheitsgefühle und gewinnt Selbstbewußtsein, als er den aufgestauten Druck an Schwächeren ausläßt. Ingo ist nicht dumm, trotzdem erreicht er in Folge seiner Trotzhaltung und auch, weil ihm häusliche Förderung fehlt, nur den Hauptschulabschluß. Schließlich findet er Zugang zu einer neonazistischen Skinheadgruppe. Er fühlt sich zum ersten Mal akzeptiert. Dort gerät er immer weiter in den Gewaltstrudel und begeht schwerste Straftaten, bis hin zu Mord. GegenüberstellungElly und Ingo haben ähnliche Startbedingungen. Elly litt sehr unter ihrem gewalttätigen, fanatisch-autoritären Vater. Über der Kindheit beider steht in großen Lettern "Gewalt". Sie revoltieren gegen die Zustände. Während aber Elly Maldaque den Weg des Menschenrechts geht und begreift, daß Schläge nur immer mehr Schläge erzeugen, kann sich Ingo nicht aus den Gewaltzusammenhängen lösen. Das Tragische dabei ist: Ingo reproduziert genau die Unterdrückung und Ausgrenzung, unter der er selbst am meisten leidet. Theaterpädagogisches KonzeptDas Stück arbeitet auf einer psychologischen, sozialkritischen und einer zeitgeschichtlichen Ebene. Psychologischer AnsatzDie Schülerinnen und Schüler sollen Verständnis für die Figuren entwickeln, durchaus auch Mitleid und Identifikation erfahren. Jeder Lebensweg ist für sich logisch, nur steht am Ende von Ingo Haß, Mord und Verzweiflung, während Elly sich von den Schatten ihrer Vergangenheit befreien kann und zu einem offenen, glücklichen und engagierten Leben findet. Sozialkritischer AnsatzElly Maldaque war ein Mensch, der einfach nur gut sein wollte. Trotzdem wurde sie Opfer ihrer Gesellschaft, denn es herrscht ein Widerspruch zwischen den regelmäßigen Aufforderungen zum sozialen Miteinander und der gesellschaftlichen Realität, die von Konkurrenz und Auslese gekennzeichnet ist. Dieser Widerspruch ist Wasser auf den Mühlen rechtsextremer Organisationen. Zeitgeschichtlicher AnsatzEs wurde mit Elly Maldaque bewußt eine Person aus der Weimarer Zeit gewählt und einem "modernen" Neonazi gegenübergestellt, um die Frage aufzuwerfen: Wo stehen wir heute? Könnte es möglich sein, daß das Schicksal der Weimarer Zeit irgendwann auch unserer Demokratie bevorsteht? Wehret den Anfängen muß daher heute Aufgabe aller demokratischen Kräfte sein. Personen wie Elly Maldaque nicht zu vergessen, ist ein Schritt in diese Richtung. Presse
SzenenbilderVideobericht Chamer Zeitung, 25.03.2009Auführungsorte 201018.01. Berufsoberschule Landshut • 20.01. Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege am Klinikum Landsberg am Lech • 21.01. Staatliche Berufsschule I Straubing • 22.01. Private Montessorischule Unterneukirchen • 28.01. Staatliche Realschule Nabburg • 02.02. Staatliche Realschule Abensberg • 04.02. Realschule Helmbrechts • 05.02. Hauptschule Markt Schwaben • 08.02. Theresien-Gymnasium Ansbach • 09.02. Private Oberlandschulen Weilheim e. V. • 10.02. Ludwig-Derleth-Realschule Gerolzhofen • 11.02. Dorothea-von-Haldenberg-Volksschule Mammendorf • 24.02. Mathias-von-Flurl-Schule Staatliche Berufsschule II Straubing-Bogen • 08.03. Städtische Artur-Kutscher-Realschule München • 09.03. Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Oberasbach • 11.03. Stadtteilzentrum "Neue Mitte" Weiden • 16.03. Hauptschule Burgau • 18.03. Hans-Carossa-Gymnasium Landshut • 23.03. Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München • 25.03. Dr.-Herbert-Weinberger-Schule Staatliche Berufsschule Erding • 13.04. Benedikt-Stattler-Gymnasium Bad Kötzting • 19.04. Hauptschule Riedlhütte • 08.05. Volksschule Ebermannstadt • 14.05. Dr.-Franz-Bogner Schule Selb • 15.05. Jugendbildungstätte Waldmünchen • 19.05. Volksschule Grafenwöhr • 20.07. Turmtheater Regensburg • 03.10. Fest der Kulturen Dorfen • 10.10. Deutsche Jugend in Europa Nürnberg • 19.10. Stiftung Jugendhaus Burg Feuerstein Ebermannstadt • 16.11. Willibald-Gymnasium Eichstätt • 22.11. Berufsschule 3 Augsburg • 07.12. Berufsfachschule für Krankenpflege Schongau • 15.12. Mittelschule Vilsbiburg • 21.12. Staatliche Realschule Geretsried Umsetzung
Zielgruppe
Kosten
BuchungSie können per E-Mail:
oder telefonisch buchen: Eine telefonische Buchung ist aufgrund der leichteren Terminabsprache zu empfehlen. Freie TermineGrün hinterlegte Tage sind frei, rote bereits belegt.
Ausführliches Info zum DownloadTheater gegen Rechtsextremismus "Elly und Ingo".pdf Das Stück „Elly und Ingo“ wurde 2008/2009 im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ gefördert.
![]() |