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Elly und Steinbeißer

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"Lehrerin Elly" von Josef W. Steinbeißer

Josef W. Steinbeißer schrieb das erste Stück über die bekannte Regensburger Lehrerin Elly Maldaque, die 1930 von einem klerikal-faschistischen Klüngel aus Beamtentum, Politik, Kirche und willigen Ärzten "gestorben wurde", wie es damals allgemein hieß. Ihr wurde zur Last gelegt, daß sie sich für linkes Gedankengut interessiert und sogar bei linken Singkreisen Klavier gespielt habe. Unter anderem sei dort auch die Internationale gesungen worden, meldeten die Polizeispitzel.

Sie wurde fristlos aus dem Schuldienst entlassen und wenig später in die "Irrenanstalt" Karthaus eingewiesen. Der Beamtenapparat hatte sie als "gemeingefährlich" eingestuft, weil sie bei einem Rechtsanwalt aus Schutz vor Überwachung die Vorhänge zugezogen hatte, wobei angeblich einer zerriß. Letzteres wurde später widerrufen.

In Karthaus wurde sie mit Zwangsernährung, Fixierung im "Wickel" und anderen Grausamkeiten gefoltert. Nach nur 11 Tagen verstarb die 36jährige.

Der Fall empörte ganz Deutschland. Jemand wie Elly, die sich allein der Liebe zu den Menschen verpflichtet fühlte, wie sie in ihr Tagebuch schrieb, wurde durch das brutale Vorgehen des Staates zu Tode gebracht, während vor allem an den bayerischen Schulen Nazilehrer ganz offen und nicht selten mit Unterstützung der Behörden ihre menschenfeindliche Propaganda betreiben konnten.

Der Regensburger Steinbeißer verfolgte die Vorgänge aus nächster Nähe. Er kannte die kunstsinnige Elly gut. Von der Nachricht ihres Todes muß er wie so viele andere tief geschockt gewesen sein. Noch am Tage ihres Todes begann er sein Stück, wie aus dem Datum der Widmung hervorgeht: "Dem Andenken der Lehrerin Elly Maldaque gewidmet. Regensburg am 20. Juli 1930. Der Verfasser."

Steinbeißers "Lehrerin Elly" wurde bislang in Regensburg noch nicht aufgeführt. Bestrebungen des Leiters des Regensburger Schrifstellerverbandes (RSGI) Erich L. Biberger und des Kulturreferrenten Dr. Egon Greipel 1994 im Rahmen der 8. Internationalen Literaturtage, das Stück zum 100sten Geburtstags des 1980 verstorbenen Steinbeißers auf die Bühne zu bringen, scheiterten am Stadttheater.

Das ueTheater setzt sich seit über fünf Jahren für ein würdiges Gedenken an Elly Maldaque in Regensburg ein, unter anderem durch die Umbenennung des Uni-Theaters in "Elly Maldaque Theater". Wir wollen mit der Uraufführung von "Lehrerin Elly" aber auch an den mutigen und aufrechten Josef W. Steinbeißer erinnern, der neben seiner Haupttätigkeit als Schlossermeister seiner Liebe zum Theater nachging und mehrere große Theaterstücke schrieb, von denen einige im Regensburger Stadttheater aufgeführt wurden.


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